Muskelathropie

Muskelathropie – was steckt hinter dem Muskelschwund?

Eine Muskelatrophie ist eine Form der Muskelerkrankungen und äußert sich bei den Betroffenen darunter, dass die Muskeln zunächst angeschlagen und somit immer geschwächter sind. Leider bleibt es nicht bei der Schwächung der Muskeln, sondern die Krankheit mündet in dem langsamen Abbau der Muskeln, welcher in dem Volksmund auch unter der Bezeichnung des Muskelschwunds bekannt ist.

Kurz und knapp erklärt bedeutet dieser Muskelschwund eine Verkleinerung der Skelettmuskeln, bzw. eine Verkleinerung ihres Durchmessers. Das wiederum geht mit weiteren unangenehmen Beschwerden und Schmerzen einher, unter welchen die Betroffenen sehr leiden. Die Ursachen für diese beeinträchtigende Krankheit sind viele unterschiedliche. Welche Ursachen den Muskelschwund provozieren und, ob die Betroffenen eine Chance auf Heilung haben, haben wir uns einmal genauer angesehen.

Was ist Muskelatrophie überhaupt?

Wie schon angedeutet, handelt es sich bei der Muskelatrophie um das langsame Schwinden der Muskeln, welche in diesem Zusammenhang nach und nach immer mehr an ihrem Umfang verlieren. Das kann unter anderem passieren, wenn der Muskel nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt und nicht ausreichend beansprucht wird. Das ist zum Beispiel bei Menschen, welche sich sehr wenig bewegen, der Fall. Aus diesem Grund ist diese Art der Muskelerkrankung nicht selten eine Folge für Menschen, welche unter einer Krankheit leiden, durch welche sie an das Bett gefesselt sind. Bei der Muskelatrophie wird generell zwischen zwei unterschiedlichen Ausführungen unterschieden. Die beiden folgenden Ausführungen sind in besondere Formen der Muskelatrophie, da sie als Folge einer erblichen Erkrankung bei den Betroffenen entstehen.

Neurale Muskelatrophie

Die neutrale Muskelatrophie ist unter anderem unter dem Namen „Hereditär motorisch-sensorische Neuropathie“ oder auch einfach kurz „HMSN“ bekannt. Die HMSN ist in der Regel eine Krankheit, welche bei den meisten Betroffenen erblich bedingt ist. Der Vorgang dieser Ausführung der Muskelatrophie ist dabei recht aggressiv und zerstört die peripheren Nerven. Unter diesen versteht man die Nervenzellen, welche sich rund um das Gehirn und das Rückenmark ansiedeln. Nach und nach werden diese von der Krankheit zerstört, was darin mündet, dass die Muskeln nach und nach schwinden. Die ersten Symptome des Muskelschwunds bemerken die Betroffenen bei sich in der Regel an den Füßen.

Mit dem weiteren Verlauf der Krankheit weiten sich die merkbaren Symptome bis in die Unterschenkel, die Hände, sowie auch die Unterarme und die Oberschenkel aus. Die Oberschenkel sind allerdings ausschließlich in sehr schlimmen und aggressiven Ausprägungen dieser Krankheit betroffen.

Spinale Muskelatrophie

Auch die spinale Muskelatrophie steht in dem direkten Zusammenhang mit den Nervenzellen. Bei dieser Erkrankung sterben diese nach und nach im Rückenmark ab. Das Rückenmarkt übernimmt in dem menschlichen Körper eine äußerst wichtige Rolle. Folglich führt das Absterben der Nervenzellen in diesem Bereich zu erheblichen Problemen, unter welchen die Erkrankten leiden. Das Rückenmark steuert mit der Hilfe der Nervenzellen das motorische System des Menschen. Dabei sind die Nervenzellen in diesem Zusammengang hintereinander geschaltet, um die Signale von Zelle zu Zelle an die Stelle zu übertragen, an welche dieses gelangen soll.

Ganz einfach erklärt kannst du dir die Übertragung eines Signals folgendermaßen vorstellen:

  1. Die erste Nervenzelle, welche das Signal somit als erste empfängt, liegt in der Hirnrinde. Dies ist auch der Ort, an welchem die Entscheidung getroffen wird, in welche Richtung, bzw. an welche Stelle sich das Signal bewegen soll.
  2. Wurde diese Entscheidung getroffen, leitet die erste Nervenzelle das Signal an die zweite Nervenzelle weiter. Diese befindet sich im Rückenmark. Dort sorgt sie dafür, dass die empfangenen Impulse an das periphere Nervensystem weitergeleitet werden. Dieses ist wiederum dafür verantwortlich die empfangenen Reize auf die Muskeln zu übertragen.

Das ist im Grunde genommen recht einfach und nachvollziehbar. Ist es nun aber so, dass die Nervenzellen des Rückenmarkts gestört sind (das kann unter anderem aufgrund eines genetischen Defekts der Fall sein) sind diese nicht mehr dazu in der Lage die Signale der Nervenzellen, bzw. des peripheren Nervensystems zu empfangen. Aus diesem Grund reagieren sie nicht und werden folglich auch nicht beansprucht. Und genau das führt dazu, dass sich die Muskeln sukzessiv zurückbilden. Das sind jedoch nicht die einzigen Auswirkungen der spinalen Muskelatrophie. Diese kann in besonders schlimmen und aggressiven Fällen in:

  • Lähmungen
  • verminderter Muskelspannung
  • Problemen beim Sprechen, Kauen und Schlucken

führen.

Muskelathropie Symptome

Symptome

Die Muskelatrophie geht mit vielen unterschiedlichen Symptomen einher, anhand welcher die Betroffenen bemerken, dass etwas nicht stimmt und mit welchen sie sich in der Regel an einen Arzt wenden. Die sichtbaren Symptome, in welchen sich diese Erkrankung der Muskeln äußerst, sind unter anderem die sichtbare Verkleinerung des Muskelgewebes. Es bleibt aber nicht bei diesem Symptom alleine, da dieses in der Regel von der zunehmenden Schwächung der Muskeln begleitet wird.

Können die Ursachen für diese Erkrankung festgestellt, behandelt und somit behoben werden, kann sich dieser Prozess umkehren, sodass die Muskeln wieder ausreichend mit Nährstoffen versorgt und folglich wieder angemessen beansprucht werden können. In diesem Fall entsteht der positive Effekt, dass die Muskeln:

  • größer
  • kräftiger
  • gesünder

werden.

Wie sich die Symptome äußern, hängt immer von dem Zeitpunkt ab, zu welchem sich diese bei den Betroffenen bemerkbar machen. Leider kann diese Krankheit auch bereits Ungeborene im Leib der Mutter treffen oder sich bei kleinen Kinder ausbreiten. So:

  • kann ein Säugling weder sitzen noch seinen Kopf halten, wenn dieser bereits als Ungeborenes im Leib der Mutter unter der Muskelatrophie leidet.
  • kann ein Kind, welches in den ersten Lebensmonaten an der Muskelatrophie erkrankt, bereits erlernte Fähigkeiten wieder verlernen.
  • leiden Erwachsene, welche unter der Krankheit leiden, unter der Schwächung der Muskulatur in dem Bereich des Beckens und der Schulter.

Wie schon angedeutet, machen sich die ersten Symptome der Krankheit in den Füßen bemerkbar. Dort schwinden die Muskeln als erstes. Schreitet die Krankheit immer weiter fort, kommt es nach und nach immer mehr zu vegetativen Symptomen. Diese äußern sich unter anderem in:

  • zunächst zu hoher und anschließend in zu geringer Bildung des Schweißes
  • Störungen der Hautdurchblutung
  • Veränderungen des Skeletts
  • Verkrümmungen oder Verhärtungen der Wirbelsäule und auch der Füße
  • Störungen der Pupillen und der Sehnen
  • Veränderung der Netzhaut der Augen
  • Störungen des Riechvermögens und des Hörvermögens
  • spastische Symptome an den Beinen

Ursache der Erkrankung

Die Muskelatrophie und ihre Entstehung kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Neben den beiden bereits genauer erwähnten Ausführungen, welche in der Regel auf erblich bedingte Krankheiten zurückzuführen sind, können auch andere Umstände die Entstehung der Muskelatrophie hervorrufen.
In den meisten Fällen ist die Erkrankung eine Reaktion auf eine mangelnde und somit nicht ausreichende Beanspruchung des Muskels. Vor allem das Alter und auch die Unterernährung sind in diesem Zusammenhang häufig erwähnte Ursachen. In beiden Fällen kommt es oft zu einer Mangelaufnahme von:

  • Kohlenhydraten
  • Eiweiß
  • Fett

Der Körper möchte sich dennoch weiter versorgen und seinen Aufgaben einwandfrei nachkommen. Aus diesem Grund bedient er sich der gespeicherten Reserven im Körper und braucht diese auf. Sind die Reserven einmal leer, bedient er sich des körpereigenen Gewebes, was früher oder später in dem Abbau der Muskulatur mündet.

Allerdings ist diese mangelnde Versorgung an Nährstoffen nicht die einzige Ursache für den Muskelschwund. Die Muskelatrophie kann unter anderem auch als Folge von:

  • einer Störung des Muskelstoffwechsels
  • einer neuromuskulären Erkrankung

entstehen.
Über die beiden typischen Formen hast du bereits weiter oben genaueres erfahren. Es handelt sich um die neurale und die spinale Muskelatrophie.

Zusammenfassend sehen wir uns also noch einmal kurz die häufigsten Ursachen der Muskelatrophie genauer an. Es handelt sich um:

  • die mangelnde Bewegung und somit unzureichende Beanspruchung der Muskulatur. Das kann vor allem Folge der Inaktivität nach einem Unfall oder auch nach einer Erkrankung sein.
  • den altersbedingten Abbau der Muskeln, welcher auch unter dem Namen der Sarkopenie bekannt ist.
  • den Mangel an Nährstoffen.
  • Störungen des Stoffwechsels.

Muskleathropie Behandlung

Behandlungsweise

Eine wichtige Frage für Betroffene, welche unter einer Ausartung der Muskelatrophie leiden, ist die Frage nach den Möglichkeiten der Behandlung und den Chancen auf die Heilung. Der erste Schritt auf dem Weg zu der Behandlung stellt selbstverständlich der Gang zum Arzt dar. Dieser:

  • untersucht den Umfang der Muskelmasse .
  • testet den Spannungszustand der Muskeln .
  • überprüft die Maximalkraft der Muskeln .
  • bestimmt die Bewegungsgeschwindigkeit-, und Genauigkeit der Muskeln.
  • führt eine Elektromyographie (EMG), sowie auch Blut- und Gewebeproben durch.

All diese Untersuchungen, bzw. die Ergebnisse dieser Untersuchungen geben eine genaue Auskunft über die Ursachen des Muskelschwunds.

Für Menschen, welche unter den beiden erblich bedingten Formen der Muskelatrophie – der neuralen und der spinalen Muskelatrophie leiden – gibt es leider die schlechte Nachricht, dass diese beiden Formen nicht heilbar sind.

Die Behandlung der Krankheit zielt aus diesem Grund vor allem auf:

  • die Linderung der bestehenden Symptome
  • die Verzögerung des weiteren Verlaufes der Krankheit

ab.
Wer nicht unter einer der erblich bedingten Ausprägungen der Krankheit leidet, kann geheilt werden. Der Heilungsprozess setzt sich aus:

  • der gezielten Beanspruchung
  • der ausreichenden Versorgung mit Nährstoffen

der Muskeln zusammen.

In einigen Fällen verschreibt der Arzt für diese Fälle eine Behandlung mit Carnitin. Bei Carnitin handelt es sich um einen körpereigenen Stoff, welcher als sogenannter Bio-Carrier fungiert. Das heißt, im Grunde genommen, nicht anderes, als dass er dafür sorgt, dass Nährstoffe in die benötigte Energie umgewandelt werden. So kann Carnitin Betroffenen dabei helfen die Symptome zu Lindern und zu derselben Zeit den Prozess der Heilung zu beschleunigen.

Neben der Einnahme von Carnitin verschreibt der Arzt auch eine Behandlung durch einen Physiotherapeuten. Dieser unterstützt die Erkrankten dabei:

  • nicht von der Krankheit betroffene Muskelgruppen zu stärken.
  • von der Krankheit betroffene Muskelgruppen passiv zu bewegen.

Eine medikamentöse Behandlung ist in der Regel nur dann notwendig, wenn sich die Krankheit bereits bis auf Organe, wie unter anderem das Herz oder die Lunge ausgewirkt hat.