Muskelentzündung

Muskelentzündung – weitaus mehr als reiner Muskelkater

Muskeln können von unterschiedlichen Krankheiten getroffen werden. Eine der Krankheiten, mit welchen die Menschen unter anderem zu kämpfen haben können, ist die Muskelentzündung. In der Fachsprache wird diese Erkrankung der Muskeln auch als „Myositis“ bezeichnet. Dabei steht die Myositis als Überbegriff für unterschiedliche Formen und Ausprägungen der Entzündungen der Skelettmuskulatur.

Während einige Erkrankungen der Skelettmuskulatur weiter verbreitet sind und somit auch deutlich häufiger vorkommen, gehört die Muskelentzündung zu den eher seltenen Erkrankungen, unter welcher die Muskeln leiden können. Leiden Menschen jedoch unter der Entzündung der Skelettmuskulatur, gestalten sich diese entweder akut oder chronisch. Ob die Betroffenen unter einer akuten oder chronischen Ausführung leiden, hängt immer von der jeweiligen Ursache ab, welche die Erkrankung provoziert.
In der Regel wird unter drei wesentlichen Erscheinungsformen dieser Krankheit unterschieden. Es handelt sich um:

  • die Polymyositis
  • die Dermatomyositis
  • die Einschlusskörpermyositis

Die Einschlusskörpermyositis trifft am häufigsten Erwachsene über 50. Die anderen beiden Formen können auch Kinder und Jugendliche treffen. Das ist jedoch eher selten und oft treten diese bei Menschen zwischen 45 und 64 auf.

In welchen Folgen die Muskelentzündung jeweils mündet, kann pauschal nicht gesagt werden. Ob und inwiefern die Betroffenen unter der Krankheit leiden, hängt immer von dem einzelnen Verlauf der Erkrankung ab. Es kann bei besonders schlimmen Fällen dazu kommen, dass Betroffene zum Pflegefall werden und auf eine Intensivpflege angewiesen sind.

Wie sich die Entzündungen in der Skelettmuskulatur äußern und, ob eine Chance auf eine Behandlung oder gar auf eine Heilung besteht, haben wir uns einmal genauer angesehen und geben dir in dem Artikel Antworten auf deine Frage.

Spürbare Symptome

Betroffene, welche unter einer Entzündung der Muskulatur leiden, merken in der Regel anhand einiger anfänglicher und spürbarer Symptome, dass etwas nicht stimmt und begeben sich dann meistens mit den Beschwerden zu ihrem behandelnden Arzt.

Die Rede ist absichtlich von spürbaren Symptomen, da sich die Krankheit leider auch in nicht spürbaren Symptomen äußert und somit oft nicht direkt im Anfangsstadium entdeckt wird. Verspüren die Patienten die Symptome, befindet sich die Erkrankung in der Regel bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Zu dem Symptomen gehören unter anderem:

  • die Schwäche in den Muskeln
  • lokale Schmerzen
  • Schmerzen in den Muskeln

Der Mediziner teilt die Symptome in der Regel in 5 Hauptsymptome ein. Diese äußern sich wie folgt:

  • Schmerzen
  • Überwärmung
  • Rötung
  • Schwellungen
  • Einschränkungen der körperlichen Funktionen

Die Schmerzen, welche den Betroffenen oft das Leben schwer machen, können an unterschiedlichen Stellen des Körpers auftreten. Wo sie auftreten kommt immer ganz darauf an, an welchem Ort der Skelettmuskulatur sich die Entzündung breit gemacht hat. Potentiell ist es möglich, dass jeder Muskel der Skelettmuskulatur von der Entzündung betroffen ist und somit die Schmerzen bei den Erkrankten provoziert. Von dem Hals bis hinunter zum Bein kann jeder Muskel betroffen werden.

Die Schmerzen ähneln dabei dem Gefühl eines Muskelkaters. So beschreiben zumindest viele Betroffene die Schmerzen, welche von den Entzündungen der Muskulatur ausgehen. In einigen Fällen beschweren sich die Betroffenen jedoch auch über Beschwerden während des Schluckens.

Nicht nur die Muskulatur selbst kann von der Krankheit betroffen werden. Aus diesem Grund treten die Symptome nicht nur an der Muskulatur selbst auf. Nicht selten zieht die Krankheit auch die Blutgefäße in Mitleidenschaft und provoziert in diesem Zusammenhang eine sogenannte „Vaskulitis“. Diese äußert sich in der Regel durch das „Raynaud-Syndrom“. Dieses zählt ebenfalls zu den sichtbaren Symptomen, da dieses unter anderem ein Aufhellen oder auch ein Verdunkeln der Hautfarbe provoziert. Das ist vor allem an den Fingern der Fall und ist das Resultat der Verkrampfung der zuführenden Blutgefäße. Diese können die Finger nicht ausreichend mit Blut versorgen, was zu der Verfärbung der Hautfarbe führt.

Weitere sichtbare Symptome gehen mit einem weiteren Verlauf der Krankheit einher. In diesem Fall sind nicht nur die Muskeln der Skelettmuskulatur, sondern auch andere Organe, vor allem die Haut, betroffen. In diesem Stadium der Krankheit leiden die Betroffenen unter:

  • Rötungen auf der Haut
  • Schwellungen einzelner Partien der Haut

Ist die Haut von der Entzündung betroffen, ist die Rede von der Dermatomyositis.

Allgemeine Symptome, welche sich nicht auf ein bestimmtes Stadium der Krankheit zurückführen lassen und den Betroffenen das Leben erschweren, sind:

  • der Verlust der Kraft in dem Bereich des Rumpfes
  • die zunehmende Schwäche in den Bereichen der Arme
  • ein erschwertes Anheben des Kopfes
  • Probleme beim Treppensteigen

Die anderen beiden Formen neben der Dermatomyositis – die Poly- und Einschlusskörpermyositis – unterscheiden sich von dieser dadurch, dass es sich bei diesen Ausführungen der Muskelentzündung um chronische Erkrankungen handelt.

Neben den bereits genannten Symptomen äußern sich diese beiden Formen der Muskelentzündungen durch:

  • sichtbaren Schwund der Muskeln
  • Schwäche der Muskulatur des Nackens und der Hüfte
  • Störungen und Probleme beim Schlucken

Diese Symptome scheinen nun, wenn man diese so liest, recht deutlich zu sein. Und, obwohl die Symptome den Betroffenen das Leben schwer machen, gestaltet sich die Diagnose der Muskelentzündung alles andere als einfach und ist in den meisten Fällen recht schwer. Ursache dafür ist, dass die Myositis eine weniger offensichtliche, sondern eine recht schleichende und versteckte Krankheit ist. Zwischen dem Auftreten der Krankheit und dem Auftreten der Symptome können bei einigen Menschen wenige Wochen, bei anderen Menschen hingegen Jahre liegen. Das ist auch der Grund dafür, dass die Krankheit bei vielen Menschen erst in einem recht fortgeschrittenen Stadium erkannt wird.

Häufige Ursachen

Die Ursachen für die Muskelentzündung können sehr viele unterschiedliche sein. Viele Menschen bringen Entzündungen direkt in den Zusammenhang mit Bakterien und Viren. Das scheint auf den ersten Blick recht plausibel und ist auch nicht vollkommen falsch, dennoch gehören Parasiten, Bakterien und auch Viren eher selten zu den Auslösern der Krankheit. Sehen wir uns erst einmal die Ursachen für die Einschlusskörpermyositis genauer an.

Oft sind entzündliche Erkrankungen des Immunsystems verantwortlich für die Entstehung der Muskelentzündung. In einem solchen Fall ist das Immunsystem geschädigt und erfüllt seine Aufgaben nicht mehr richtig und richtet sich sogar gegen die eigenen Bestandteile des Körpers, welche es eigentlich mit seinen Funktionen schützen sollte. Die Erkrankung bzw. die Störung des Immunsystems sorgt dafür, dass das Immunsystem die, einfach erklärt, guten und bösen Strukturen nicht mehr erkennen kann und somit keinen Unterschied mehr zwischen den körpereigenen und den fremden Strukturen macht. So kann es passieren, dass es körpereigene Strukturen als „fremd“ einstuft und diese folglich eliminiert.

Neben Erkrankungen des Immunsystems können aber auch entzündlich-rheumatische und Bindegewebserkrankungen in der Entzündung der Muskeln münden.
Bei der Polymyositis liegt ein ganz besonderer Fall vor. Diese Form der Muskelerkrankung wird als „idiopathisch“ bezeichnet.

Das liegt an der Tatsache, dass es Medizinern und Forschern bis heute nicht gelungen ist, eine oder mehrere klare und eindeutige Ursachen für die Entstehung dieser Krankheit auszumachen.

Die Ursachen bei der Dermatomyositis sind leider nicht selten Tumore. Aus diesem Grund müssen die Betroffenen auch damit rechnen, dass bei ihnen ein Tumor diagnostiziert wird, wenn die Diagnose der „Dermatomyositis“ gestellt wurde. Tumore, welche sehr häufig in dem Zusammenhang mit dieser Form der Muskelentzündung stehen, sind Ovarialkarzinome.

Zusammengefasst können:

  • in äußerst seltenen Fällen bakterielle oder virale Erreger
  • degenerative Erkrankungen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Tumore

die Muskelentzündungen auslösen.
Es ist wichtig die Ursache für die Entzündung herauszufinden und diese einer der drei Formen zuzuordnen. Denn basierend auf der Form und der Ursache kann der Arzt dann die Behandlung verschreiben. Das führt auch dazu, dass keine pauschale Prognose gestellt werden kann, sondern dass diese von Krankheitsfall zu Krankheitsfall unterschiedlich ausfällt.

So kann es vorkommen, dass einige Patienten einen nahezu symptomlosen Verlauf erleben, während andere Menschen die volle Ausprägung der Symptome, bis hin zur Muskellähmung zu verspüren bekommen.

Ausprägungen

Wie schon gesagt, äußert sich die Muskelentzündung in vielen unterschiedlichen Ausprägungen, unter welchen die Betroffenen leiden können. Dabei sind nicht nur die drei bereits erwähnten Ausführungen gemeint. Hier wollen wir dir zeigen, wie sich diese Erkrankung auf die unterschiedlichen Bereiche deines Körpers auswirken und, welche Folgen sie somit mit sich bringen kann.

Muskelentzündung am Arm

Muskelentzündung am Arm

Nicht selten sind in dem Zusammenhang mit der Muskelentzündung die Ausstrahlung dieser bis in den Bereich der Arme. Vor allem der Oberarm wird des Öfteren von der Muskelentzündung betroffen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn sich an der Wurzel der Entstehung der Entzündung der Muskeln rheumatisch Entzündungen befinden. Macht sich die Myositis in dem Bereich des Arms bemerkbar, äußert sich diese vor allem in der unangenehmen und für die Betroffenen einschränkenden Schwäche der Muskeln. Die Schwäche macht sich dabei nicht nur in den Armen, sondern auch in der gesamten Muskulatur in der Nähe des Rumpfes bemerkbar. Betroffene:

  • haben schnell keine Kraft mehr
  • leiden unter einer schnell erschlaffenden Muskulatur

Die Betroffenen merken in der Regel, dass etwas nicht stimmt, wenn sie in ihren Armen das Gefühl eines Muskelkaters bemerken, ohne dass sie zuvor Sport getrieben oder die Arme auf eine andere Art und Weise stark beansprucht haben. In diesem Fall können sie den „Muskelkater“ nicht auf sportliche Aktivitäten oder andere Belastungen zurückführen. Außerdem nimmt der augenscheinliche „Muskelkater“ schnell sehr starke Ausprägungen an. So kann es dazu kommen, dass die Betroffenen ihre Arme nicht mehr richtig anheben können.

Stellt der Arzt dann die Diagnose der Myositis im Bereich der Arme, leitet dieser sofort eine Therapie ein. Das ist sehr wichtig, um zu verhindern, dass es zu einer degenerativen Veränderung der Muskeln kommt. Bestandteil der Therapie, welche der Arzt in diesem Fall verschreibt, sind:

  • die Schonung der Arme
  • Medikamente
  • nach der Abheilung der Entzündung eine Physiotherapie

Muskelentzündung in der Wade

Auch in der Muskulatur der Waden kann sich die Myositis ausbreiten und bemerkbar machen. Auch hier merken vor allem die rumpfnahen Muskelpartien die Entzündung besonders stark. Folglich werden nicht selten die Oberschenkel und auch die Waden in Mitleidenschaft gezogen.

Während es sich am Anfang um eine reine Myositis handelt, kann sich diese über einen längeren Zeitraum hinweg zu einer beeinträchtigenden Muskelschwäche weiterentwickeln. Begleitet wird diese dabei von:

  • einem lokalen Schmerz
  • dem Gefühl einen Muskelkater zu haben, ohne die Muskulatur der Beine zuvor sportlich beansprucht zu haben
  • einer Schwellung und einer Rötung der betroffenen, entzündungsnahen Stellen

Besonders anstrengend und beeinträchtigend ist die Myositis im Wadenbereich im Alltag der Betroffenen. Aufgrund der auftretenden Symptome fällt es ihnen vermehrt schwer auch die einfachsten alltäglichen Aufgaben alleine zu bewältigen. Selbst das Steigen der Treppen, welches bis vor einiger Zeit eine Selbstverständlichkeit war, wird für die Betroffenen zur Herausforderung. Da sich die Entzündung vom Rumpf aus in symmetrischer Form ausbreitet, bleibt es in den seltensten Fällen bei der alleinigen Beeinträchtigung der Beine.

Seltener sind die Auswirkungen der Entzündung auf die Wade selbst. Nur, wenn die Entzündung lange unentdeckt bleibt und immer weiter fortschreitet, kann es zu einer Verdickung der Wade – der „Pseudohypertrophie“ –  kommen. Es scheint, als hätte sich zu viel Muskelmasse in zu kurzer Zeit aufgebaut. Das Erscheinungsbild trügt jedoch. In Wahrheit baut der Körper Muskeln ab und lagert stattdessen Bindegewebe und Fettgewebe in den Waden ein. So vergrößerst sich zwar augenscheinlich die Wade, tatsächlich nimmt der Muskel aber ab.

Muskelentzündung in der Schulter

Besonders oft von der Muskelentzündung betroffen ist der Schulterbereich. Das liegt an ihrer rumpfnahen Lage. Von der Rumpfmuskulatur gehen die meisten Entzündungen aus und strahlen dadurch direkt auf die Schulter aus. Selten ist nur eine, oft sind beide Schultern symmetrisch von der Entzündung betroffen.
Diese äußert sich in:

  • der Schwäche der Muskeln
  • Schmerzen, wenn Betroffene versuchen ihre Arme anzuheben

Dauert die Entzündung lange an und breitet sich immer weiter aus, kommt es auch im Bereich der Schultermuskulatur zu dem Abbau der Muskulatur und dem Ersetzen der fehlenden Muskeln durch Fettgewebe. Um die Kraft der Muskeln wiederherstellen und der Schultermuskulatur zur Regeneration zu verhelfen, verschreibt der Arzt die Krankengymnastik, sobald die Medikamente die Entzündung zurückgebildet haben.

Muskelentzündung in der Brustmuskulatur

In der Brust macht sich die Muskelentzündung in der Form kleiner verhärteter Knötchen bemerkbar. Diese sogenannten Entzündungsherde treten in der Regel symmetrisch in beiden Brüsten auf und können, je nach Ausprägung, einen akuten oder chronischen Verlauf provozieren. Akut verläuft die Entzündung im Brustbereich vor allem dann, wenn diese durch Erreger hervorgerufen wurde. In diesem Fall geht die Myositis im Brustbereich mit schmerzhaften Symptomen einher. Allerdings klingen diese bei der richtigen Behandlung vollständig ab. Oft ist es aber so, dass keine genaue Ursache für die Muskelentzündung ausgemacht werden kann, wodurch diese als idiopathisch eingestuft wird.

Auch bei den Entzündungen in der Brustmuskulatur münden lange und chronische Verläufe oft in dem Abbau der Muskelmasse. Da die Brustmuskulatur am Oberarm ansetzt und somit auch für die Rotation des Armes sorgt, macht sich die Entzündung vor allem in der Form von:

  • schweren und kaum zu hebenden Armen
  • Schwächegefühlen
  • brennendem Muskelkater ohne sportliche Betätigung
  • stechenden Schmerzen

bemerkbar.

Muskelentzündung in der Halsmuskulatur

Besonders unangenehm gestaltet sich die vom Rumpf ausgehende Muskelentzündung der Halsmuskulatur. Da die Halsmuskulatur vor allem für die Bewegungen des Kopfes und das einfache Aufrechthalten verantwortlich ist, leiden genau diese beiden Funktionen und der Entzündung.

Betroffene leiden unter starken Schmerzen in den Muskeln und Gefühlen der Schwäche, sodass sie:

  • den Kopf nicht mehr gut aufrechthalten oder aufrichten
  • ihren Kopf nur noch eingeschränkt bewegen und rotieren

können.
Dadurch schränkt die Muskelentzündung im Halsbereich die Betroffenen auch stark in den alltäglichen Dingen ein. So ist es Betroffenen beispielsweise unmöglich Auto zu fahren.
Damit ist aber nicht genug. Denn direkt in der Halsmuskulatur befinden sich die Schlund-, und Rachenmuskeln. Diese sind unter anderem für das Schlucken verantwortlich. Auch diese Muskeln leiden unter der Beeinträchtigung der Halsmuskulatur, wodurch Betroffene nicht selten mit Schluckbeschwerden zu kämpfen haben.

Um die Entzündung zu lindern und die Funktionen des Halsbereiches wiederherstellen zu können verschreibt der Arzt:

  • eine strikte Schonung.
  • eine medikamentöse Behandlung.

Handelt es sich um eine besonders akute Entzündung kann diese in schweren Fällen zu lebensgefährlichen Ausstrahlungen bis in die Atemmuskulatur führen. In diesem Fall handelt der Arzt besonders schnell mit hochdosierten Kortison-Therapien.

Muskelentzündung am Ellenbogen

Die Muskelentzündungen am Ellenbogen stellen eine besondere Form dieser Erkrankung dar, da diese häufig eine Folge von Unfällen und Verletzungen ist. In diesen Fällen verknöchert sich das Gewebe an den falschen Stellen. Doch nicht nur Unfälle und Verletzungen, sondern auch erblich bedingte Umstände können zu dem Auftreten der Muskelentzündungen am Ellenbogen führen.

Die Verknöcherung bleibt nicht immer ausschließlich in dem Bereich des Ellenbogens bestehen, sondern kann sich bis hin zu der Oberarmmuskulatur ausbreiten. Um schlimmere Folgen zu verhindern und den immer weiter fortschreitenden Prozess aufzuhalten, ist eine sofortige Therapie erforderlich. Diese erfolgt nicht immer in medikamentöser Form, sondern in einigen Fällen können Operationen von Nöten sein.

Erfolgt die Therapie nicht umgehend, kann es zu einer dauerhaften Schädigung und Beeinträchtigung der Gelenksfunktion kommen. Durch die zunehmenden knöchernen Strukturen wird das Gelenk immer steifer und somit auch immer unbeweglicher.

Betroffene merken in der Regel, dass etwas nicht stimmt, wenn sie einige Zeit nach einer behandelten Verletzung Schmerzen verspüren. In diesem Fall wird der Arzt radiologische Aufnahmen durchführen, anhand welcher sich die Verknöcherung feststellen lässt. Leider ist dies erst möglich, wenn diese schon aktiv ist, sodass es bislang keine Möglichkeit gibt diese früher zu erkennen oder ihr vorzubeugen.

Muskelentzündung am Schienbein

Mit der Muskelentzündung am Schienbein verhält es sich ähnlich der Entzündung im Bereich der Wadenmuskulatur. Die Myositis kann sich im Schienbein ausbreiten und in diesem Zusammenhang:

  • Schmerzen
  • Einschränkungen der Bewegungsfreiheit
  • Schwäche in den Muskeln

bei den Betroffenen provozieren. Interessant ist dabei, dass das Schienbein direkt von den Symptomen und Schmerzen verschont bleibt. Erst bei lokalem Druck auf die Stelle oder in dem Rahmen der Bewegung der Muskulatur des Unterschenkels können ihn die Betroffenen ausmachen und müssen die Muskulatur entsprechend schonen.

Muskelentzündung Behandlungsmöglichkeiten

Behandlung

Je nachdem unter welcher Form der Myositis die Betroffenen leiden und wie schwer diese verläuft, ist eine erfolgreiche Behandlung der Muskelentzündung möglich.
Für die Behandlung der Polymyositis und der Dermatomyositis verschreiben die Ärzte in der Regel eine hoch dosierte Kortison-Therapie. Alternativ finden Immunsuppressiva Anwendung. Diese sollen die Überreaktion des Immunsystems unterdrücken.

Eine Einschlusskörpermyositis erfordert hingegen eine Behandlung durch Krankengymnastik oder Ergotherapie. Allerdings fällt der Erfolg oft nur sehr gering aus und die Patienten sind auch im Alltag auf fremde Hilfe und Unterstützung angewiesen.

In jedem Fall ist es wichtig, sich sofort an einen Arzt zu wenden, wenn man das Gefühl hat, dass etwas mit der Muskulatur nicht stimmt und unbegründeter Muskelkater an unterschiedlichen Stellen der Muskulatur auftritt. Um die weitere Ausbreitung der Entzündung zu verhindern, wird der Arzt umgehend die entsprechende Therapie verschreiben und den entzündlichen Prozess stoppen.

Außerdem ist es für die Betroffenen wichtig, die betroffenen Muskelgruppen zu schonen und diese nicht weiter zu beanspruchen. Ansonsten wird der Prozess der Heilung der Entzündung gestört und beeinträchtig.
Der Fokus der Behandlung liegt zunächst auf der Abheilung der Entzündung. Erst wenn diese vollkommen verschwunden ist, kann sich der Arzt auf die allgemeine Rehabilitation konzentrieren. In der Reha besteht das Zielt darin, die Patienten dabei zu unterstützen so viele Funktionen der Muskulatur wie möglich zu erhalten und, wenn es möglich ist, verloren gegangene Funktionen einzelner Muskelpartien wiederherzustellen.