Muskelerkrankungen

Muskelerkrankungen – Arten, Symptome, Behandlungsmöglichkeiten?

Menschen können unter sehr vielen unterschiedlichen Krankheiten leiden, welche bei den Betroffenen nicht nur Schmerzen verursachen, sondern ihnen unter Umständen das Leben schwer machen und dieses stark beeinträchtigen. Krankheiten können die unterschiedlichsten Bereiche des Körpers betreffen und lassen damit keinen einzigen Bestandteil aus. Ein Bestandteil deines Körpers, welcher somit unter anderem von Krankheiten geplagt werden kann, sind deine Muskeln.

Wenn diese von einer Krankheit getroffen werden, macht sich dies in der Regel in der Form von:

  • Muskelschwäche
  • Muskelschmerzen

bemerkbar.

Du fühlst dich dadurch nicht nur schwach und ausgelaugt, sondern wirst von der Krankheit auch stark in deiner Lebensqualität eingeschränkt.

Allerdings muss in dem Zusammenhang mit den Muskelerkrankungen gesagt werden, dass es sich bei dieser Art der Erkrankung um einer der selteneren Krankheiten handelt. Es leidet in der Regel nur einer von 2.000 Menschen unter einer Muskelerkrankung. Denn – die Muskeln können nicht nur von einer einzigen Krankheit erfasst werden, Muskelentzündungen können ebenfalls auftreten. In dem Zusammenhang mit den Muskelerkrankungen gibt es viele verschiedene Ausführungen und Formen, unter welchen du unterscheiden musst.

Wir haben uns genauer mit dem Thema der Muskelerkrankungen auseinandergesetzt und untersucht, was es mit diesen auf sich hat, was du dir überhaupt unter einer Muskelerkrankung vorstellen musst und, welche Arten der Muskelerkrankungen es unter anderem gibt.

Muskelerkrankungen - was sind Muskelerkrankungen

Was sind Muskelerkrankungen?

Bestimmt hattest du in deinem Leben bereits schon einmal mit einem Muskelkater zu kämpfen. Wenn dem so sein sollte, wirst du dich in diesem Fall gefühlt haben, als seien all deine Muskeln von einer unheilbaren Krankheit ergriffen worden. Dieser Eindruck täuscht jedoch. Selbst, wenn es sich bei einem Muskelkater um ein Resultat kleiner Faserrisse in deiner Muskulatur handelt, handelt es sich bei diesem weder um eine Krankheit noch um ein folgenreiches Phänomen.

Vielmehr versteht man unter einer Muskelkrankheit eine sogenannte neuromuskuläre Erkrankung. Doch, wie schon angedeutet, gibt es nicht nur eine Art der Erkrankung, welche die Muskeln treffen kann, sondern man unterscheidet unter vielen unterschiedlichen Muskelkrankheiten. Basierend auf einer Klassifikation, welche von Sir John Walton erstellt wurde, können die Muskeln von insgesamt 800 unterschiedlichen Krankheitsformen getroffen werden.

Bei diesen insgesamt 800 Formen der Krankheit handelt es sich um viele verschiedene Abzweigungen einer großen Krankheit. Diese ist im Volksmund unter anderem unter dem Namen „Muskelschwund“ bekannt und hat viele unterschiedliche Facetten. Der Muskelschwund beschreibt ein ganz bestimmtes Krankheitszeichen, welches jedoch über unterschiedliche Abzweigungen verfügt und folglich in verschiedenen Krankheiten mündet.

So kann der Muskelschwund nur wenige bestimmte Muskelgruppen treffen oder, je nach dem, um welche Erkrankung es sich handelt und, wie aggressiv diese in ihrem Verlauf ist, die gesamte Muskulatur angreifen. Allerdings ist dies nicht der Regelfall und kommt nur äußerst selten vor.

Die Muskelerkrankungen kennen kein Alter, womit auch keine Risikogruppe ausgemacht werden kann. Sowohl Kinder als auch Erwachsene können von einer Muskelkrankheit erfasst werden.

Was ist nun genau unter diesem Muskelschwund zu verstehen? Wie er Name bereits andeutet, schwindet der Muskel nach und nach. Das heißt, dass die Muskelmasse der Betroffenen nach und nach abnimmt. Allerdings ist diese Bezeichnung keine Diagnose, welche ein Arzt ausstellen kann. Denn bei dem Muskelschwund handelt es sich lediglich um ein Symptom, nicht aber um die Ursache.

So können die Ursachen unter anderem:

  • in den Nervenzellen des Rückenmarks
  • in der Nervenbahn
  • in der Überleitung, welche zwischen der Nervenfaser und dem Muskel besteht
  • in der Muskulatur selbst

liegen.

Aus diesem Grund ist es, medizinisch gesehen, nicht korrekt eine Muskelerkrankung als Muskelschwund zu bezeichnen. Dennoch wissen die meisten Menschen, was mit dem Begriff gemeint ist, wenn sie hören, dass ein Bekannter oder ein Familienmitglied unter Muskelschwund leidet.

Dennoch ist es interessant und wichtig zu wissen, welche unterschiedlichen Arten der Muskelerkrankungen es gibt.

Verschiedene Arten von Muskelerkrankungen

Wie schon angedeutet, gehören die Erkrankungen der Muskeln zu den eher selten auftretenden Krankgeiten, welche die Betroffenen sehr stark in dem Ablauf ihres täglichen Lebens einschränken. Da es über 800 unterschiedliche Formen der Muskelerkrankungen gibt, haben wir uns hier auf die Erkrankungen der Muskeln konzentrieren, welche am weitesten verbreitet sind und möchten dir diese gerne genauer vorstellen

Muskeldystrophie

Der Muskelschwund wird als Symptom der jeweiligen Erkrankung der Muskeln unter anderem in den Zusammenhang mit der Muskeldystrophie gebracht. Bei der Myopathie handelt es sich um eine genetisch bedingte Muskelerkrankung und die Muskeldystrophie ist eine Abzweigung dieser Krankheit.

Ursachen für diese Krankheit können unter anderem:

  • der Mangel bestimmter Eiweiße
  • ein immer weiter fortschreitender Schwund der Muskulatur

sein.

Der Mangel an Eiweißen führt dazu, dass:

  • die Muskeln keinen Zugriff mehr auf ihren Hauptbestandteil haben.
  • die Muskeln ihre Funktion nur noch eingeschränkt und in einem fortgeschrittenen Stadium gar nicht mehr erfüllen können.

Oft leidet vor allem die Muskulatur der Schulter und der Hüfte unter dieser Form der Muskelerkrankung.

Fatal an dieser Krankheit ist die Tatsache, dass die Muskeln immer weiter schwinden und die Patienten somit nicht nur immer größere Schmerzen haben, sondern auch in den täglichen Dingen mehr und mehr eingeschränkt werden. Als sei dem nicht schlimm genug, teilt sich die Muskeldystrophie in unterschiedliche Formen auf. Zwei der bekanntesten Formen dieser beeinträchtigenden Erkrankung der Muskeln sind:

  • Der Typ Becker-Kiener
  • Der Typ Duchenne

Gemeinsamkeiten

Beide Typen dieser Krankheit starten in der Regel mit der Schwächung der Muskulatur in dem Bereich des Beckens und der Oberschenkel.

Unterschiede

  • Der Typ Becker-Kiener äußerst seine ersten Symptome in der Regel zwischen dem sechsten und dem zwölften Lebensjahr. Zudem zeichnet sich die Krankheit durch einen recht langsamen Verlauf aus.
  • Der Typ Duchenne beginnt bereits in dem Kleinkindalter. Dazu gesellt sich die Tatsache, dass die Krankheit unaufhaltsam schnell voranschreitet und die Betroffenen bereits in dem Alter eines Teenagers zum Pflegefall werden.

Die Muskeldystrophie äußert sich vor allem in den folgenden Symptomen:

  • Probleme beim Aufstehen aus der liegenden oder der sitzenden Position.
  • Der Gang ist watschelig.
  • In den Waden kann es zu krampfartigen Schmerzen kommen.
  • Ein vermehrtes und häufiges Stolpern oder auch Fallen.

Mitochondriale Myopathie

Eine weitere Krankheit in dem Zusammenhang mit der Muskulatur ist die mitochondriale Myopathie. Bei dieser Erkrankung der Muskulatur handelt es sich um eine Folge einer bestehenden Fehlfunktion der Mitochondrien.

Bei den Mitochondrien handelt es sich um einen festen Bestandteil, welcher sich in jeder Zelle eines Körpers befindet. Sie sind unter anderem für die Versorgung deiner Muskeln mit Energie verantwortlich. Fehlt die Energie durch die Fehlfunktion der Mitochondrien, muss sich dein Muskel die Energie aus einer anderen Quelle zurückgreifen. Für diese Zwecke greift er in der Regel auf die Proteine in deinen Muskeln zurück. Das führt, zu guter Letzt, dazu, dass sich deine Muskeln abbauen, sprich nach und nach immer mehr schwinden.

Kongenitale Myopathie

Eine weitere Erkrankung der Muskeln ist die kongenitale Myopathie. An der Wurzel dieser Erkrankung liegt die Mutation bestimmter Gene. Diese führt dazu, dass sich die Muskeln nicht richtig entwickeln können. Aus diesem Grund tritt diese Muskelkrankheit auch schon bei kleinen Kindern auf.

Myotonie

Bei der Myotonie handelt es sich nicht direkt um den Schwund der Muskeln. Vielmehr ist unter dieser Erkrankung der Muskeln eine Störung der Aktivität der Muskeln zu verstehen. Diese Störung schränkt die Muskeln stark in ihrer Beweglichkeit ein und führt somit, auf lange Sicht gesehen, zu einer unangenehmen, vor allem aber schmerzhaften Versteifung und zu einer damit im Zusammenhang stehenden mangelnden Entspannung.

Muskelerkranungen - sind Muskelerkrankungen behandelbar

Behandlung von Muskelerkrankungen

Wo eine Krankheit vorliegt, gibt es auch eine Behandlung.

Was die Behandlung der Erkrankungen der Muskulatur jedoch so kompliziert und anspruchsvoll gestaltet, ist die Tatsache, dass die unterschiedlichen Formen sehr schleichend sind. Nur einige wenige Formen sind aggressiv und machen sich somit direkt bemerkbar.

Aufgrund der großen Anzahl an schleichend verlaufenden Krankheiten, muss der Arzt einen umfangreichen Test durchführen, bevor er die Diagnose stellen kann. Der Arzt kann für diese Zwecke auf unterschiedliche Tests zurückgreifen, welche mit ihren Ergebnissen Aufschlüsse über die jeweilige Krankheit geben. So kommen unter anderem die folgenden Methoden zum Einsatz:

Die Elektroneurographie

Elektrische Reize überprüfen die Funktionstüchtigkeit der Nerven. Anhand der Ergebnisse kann der Arzt eine neuromuskuläre Erkrankung erkennen oder auszuschließen.

Die Elektromyographie

Der Arzt misst die Muskelströme und kann an diesen erkennen, ob die Übertragung der Signale zwischen dem Nerv und dem Muskel funktioniert.

Die Laboruntersuchungen

Unter anderem geben:

  • Antikörper
  • Enzyme
  • Stoffwechselprodukte im Blut oder im Urin

Auskunft über bestimmte Erkrankungen der Muskeln.

Die bildgebende Diagnostik

Der Arzt kann die Struktur der Gewebe der Muskeln dank Ultraschall und Magnetresonanztomographie (MRT) genauer untersuchen, analysieren und auswerten.

Die Muskelbiopsie

Durch eine Entnahme einer Gewebeprobe, welche direkt aus dem Muskel der Patienten gezogen wird, wird eine gezielte Untersuchung:

  • der Gewebestruktur
  • der Vorgänge des Stoffwechsels

ermöglicht.

Die Molekulargenetische Diagnostik

Es kann durchaus vorkommen, dass die Muskelerkrankungen genetisch bedingt sind. In diesem Fall wird der Arzt eine Untersuchung der Gene durchführen, um den Verdacht zu bestätigen oder zu wiederlegen.

Wie du also sehen kannst, gibt es keine einheitliche Behandlungsmethode, welche sich für alle Muskelerkrankungen anwenden lässt. Welche Therapie der Arzt verschreibt, hängt immer von der Ursache der einzelnen Patienten ab.

Allerdings muss in diesem Zusammenhang leider gesagt werden, dass die meisten Formen der Myopathie nicht heilbar sind. Vielmehr zielen die Behandlungsmethoden darauf ab die:

  • Beweglichkeit
  • Selbstständigkeit

der Betroffenen so lange wie es nur möglich ist, zu erhalten.

Aus diesem Grund handelt es sich bei der Behandlung in der Regel um eine Kombination aus Physiotherapie und gegebenenfalls Medikamenten.

Es kann aber auch sein, dass die Muskelerkrankung die Folge einer vollkommen anderen Erkrankung ist. In diesem Fall legt der Arzt den Fokus auf den Verursacher und heilt diesen, bevor er sich an die Muskelerkrankung (in diesem Fall Folgeerkrankung) macht.

Nicht selten verschreibt der Arzt Carnitin. Das liegt an der Tatsache, dass viele Patienten, welche mit einer Erkrankung der Muskeln zu kämpfen haben, unter einem Carnitin-Mangel leiden. Da dieser:

  • die Unterversorgung der Muskelzellen provoziert
  • die Degeneration fördert

kann der Krankheit bis zu einem gewissen Grad durch die Einnahme von Carnitin Einhalt geboten werden.