Testosteronersatztherapie

Testosteronersatztherapie – alles, was du wissen musst

Testosteron ist ein sehr wichtiges Hormon im männlichen Körper und hat somit nicht nur viele unterschiedliche Funktionen, sondern auch zahlreiche Einflüsse auf die unterschiedlichsten Bereiche des Körpers der Männer. Aus diesem Grund gestaltet sich ein Mangel dieses Hormons für die Betroffenen auch als äußerst negativ und geht mit einigen negativen Wirkungen einher. Vor allem mit dem zunehmenden Alter der Männer, sprich im letzten Drittel ihres Lebens, kommt es nicht selten vor, dass Männer ein partielles Defizit dieses wichtigen Sexualhormons im Körper aufweisen. Als Folge dieses Mangels stehen vor allem:

  • eine nachlassende Libido.
  • die Zunahme von Gewicht und das damit im Zusammenhang stehende Entstehen der Fettpolster.
  • der Verlust der Energie und daraus resultierende Unlust.

In einem solchen Fall orientieren sich die Betroffene oft an einer sogenannten Testosteronersatztherapie, welche ihnen in ihrer Situation wahre Wunder verspricht. Die Auswirkungen sollen dabei die sein, dass die Therapie:

  • den Körperfettanteil verringert.
  • die Muskelmasse wachsen lässt.
  • die Lust auf Sex erhöht.
  • die Potenz steigen lässt.
  • das Gedächtnis verbessert.

Nun stellt sich nur noch die Frage, was wirklich hinter den Versprechen steckt und, ob diese Testosteronersatztherapie tastsächlich dazu in der Lage ist, all die versprochenen positiven Effekte bei den Männern zu bewirken.

Wir haben uns die Testosteronersatztherapie einmal genauer angesehen und möchten dich in dem Artikel intensiv über diese aufklären.

Was ist Testosteron überhaupt?

Bevor wir uns nun genauer mit der Testosteronersatztherapie beschäftigen, müssen wir uns der Frage widmen, was Testosteron überhaupt ist. Bei Testosteron handelt es sich um ein natürlich im menschlichen Körper vorkommendes Hormon. Mit seinem Aufbau, seinen Funktionen und seinen Eigenschaften ist es das wohl bekannteste männliche Sexualhormon und wird von den Männern im Hoden produziert, von wo es dann in das Blut gelangt. Dabei produziert der männliche Körper morgens am meisten Testosteron.

Nicht nur Männer produzieren dieses Hormon. Auch Frauen bilden dieses in ihren Eierstöcken und ihren Nebennierenrinden. Allerdings ist die Ausschüttungsmenge bei Frauen deutlich geringer. Dazu kommt, dass die Niere das Hormon zum größten Teil wieder abbaut und über das Urin ausscheidet.

Sobald das Testosteron in den Blutkreislauf gerät, bindet es sich an bestimmte Bluteiweiße und wird von diesen zu den Bereichen transportiert, an welchen es wirken soll. Erst, wenn das Hormon an den Zielorganen angekommen ist, wandelt diese das Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT). Bei DHT handelt es sich um eine noch wirksamere Form des Hormons.
In deinem Körper übernimmt Testosteron wichtige Aufgaben und befindet sich somit in einem direkten Zusammenhang mit:

  • der Dichte der Knochen
  • dem Fettstoffwechsel
  • der Muskelmasse
  • der Libido
  • der Produktion der Spermien
  • der Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale während der Pubertät (Körperbehaarung, Bartwuchs und der Stimmbruch).

Der Grund, weshalb sich besonders Sportler für dieses Hormon bzw. für Testosteronersatztherapien interessieren besteht in der Tatsache, dass dieses für ein höheres Verhältnis von Muskeln zur Fettmasse im Körper führt und folglich effektiv zu einem schnelleren Aufbau der Muskelmasse beiträgt. Viele Sportler wenden das Testosteron aus diesem Grund auch als Doping an, was jedoch illegal ist und bei Wettkämpfen zu einem Ausscheiden führt.

Hormone wieder auf Kurs bringen

Männer, welche unter einem niedrigen Testosteronspiegel, sprich unter einem Mangel dieses Hormons leiden, können diesen auf unterschiedliche Art und Weise wieder erhöhen. Dafür können Betroffene auf der einen Seite auf natürliche Methoden und auf der anderen Seite zu Alternativen, wie zum Beispiel die Testosteronersatztherapien zurückgreifen. Diese sollen das fehlende Testosteron ersetzen und dafür sorgen, dass sich der Mangel des Testosterons im Testosteronspiegel wieder ausgleicht.

Das hört sich im ersten Moment gut und nicht weiter schädlich an. Was schädlich an dieser Sache sein kann, ist die Tatsache, dass Sportler nicht selten auf eigene Faust zu einer Testosteronersatztherapie greifen. Ist dem so, dosieren sie es oft viel zu hoch, um schnellere Ergebnisse zu erzielen und bedenken dabei nicht, dass eine unsachgemäße Anwendung des Hormons durchaus gravierende Folgen mit sich bringen kann. Aus diesem Grund empfehlen wir dir, eine derartige Therapie nie durchzuführen, ohne zuvor einen Arzt konsultiert zu haben.

Denn, bevor der Arzt eine Testosteronersatztherapie verschreibt, führt er umfangreiche Untersuchungen durch, um die Ursachen für den Mangel zu ermitteln und diese gegebenenfalls auf andere Art und Weise zu behandeln.

testosteronersatztherapie symptome eines Testosteronmangels

Symptome eines Testosteronmangels

Warum ein Testosteronmangel auf jeden Fall behandelt werden sollte, ist auf die Symptome zurückzuführen, welche mit einem derartigen Mangel einhergehen. Betroffene leiden unter Symptomen, wie unter anderem:

  • starkes Schwitzen
  • die Abnahme der Libido
  • Errektionsstörungen
  • Antriebsschwäche, welche sich sogar bis hin zu einer leichten Depression entwickeln kann.

Vor allem bei Männern im jungen Alter können die Folgen eines Testosteronmangels schlimm sein. So kann es passieren, dass diese, bedingt durch den Mangel, unfruchtbar werden oder, dass sie nie in die Pubertät kommen. Auch im Alter ist der Mangel nicht zu unterschätzen da dieser mit:

  • der Reduktion der Knochendichte (Osteoporose) und der Muskelmasse
  • der Blutarmut (Anämie)
  • und den bereits erwähnten Symptomen

einhergehen kann.

Arten der Testosteronersatztherapie

Wir gehen davon aus, dass du dir den Rat eines Arztes einholst, bevor du dich für eine Testosteronersatztherapie entscheidest und stellen dir hier die verschiedenen Möglichkeiten vor, welche dir für die Anwendung dieser Therapie zur Verfügung stehen. Du kannst unter unterschiedlichen Darreichungsformen wählen und dich für:

  • Injektionen
  • Kapseln
  • Cremes
  • Gels

entscheiden.
In der Regel soll die Therapie den Mangel des Sexualhormons ausgleichen und somit dafür sorgen, dass die einzelnen Bereiche des Körpers wieder bestens versorgt sind. Sehen wir uns die einzelnen Ausführungen der Testosteronersatztherapie jedoch einmal genauer an.

Injektion

Injektionen sind, wie du dir bereits denken kannst, Spritzen, über welche du dir das Hormon direkt in deinen Körper spritzt. Bei diesen Injektionen handelt es sich um eine der beliebtesten Darreichungsformen des Testosterons und wird von vielen Menschen angewandt. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich in diesem Zusammenhang die sogenannten Depotspritzen. Diese entfalten ihre Wirksamkeit, je nach Spritze, für drei Monate oder auch für kürzere Zeiträume.

Unabhängig von dem angepriesenen Zeitraum, solltest du bei derartigen Depotspritzen immer darauf achten, deinen Testosteronwert zwischendurch zu überprüfen. Denn jeder Körper baut das Hormon unterschiedlich schnell wieder ab. Wichtig ist die Überprüfung unmittelbar vor der nächsten Dosis. Sind deine Speicher noch gut gefüllt, könnte eine weitere Spritze zu einer Überdosis an Testosteron führen und unangenehmen Folgen provozieren.

Neben dieser langwirksamen Depots, welche bis zu drei Monate anhalten können, gibt es auch die Möglichkeit der kurzwirksamen Injektionen. Diese werden in der Regel von dem Facharzt direkt verabreicht und sorgen für ein starkes und schnelles Ansteigen der Testosteronwerte. Bis zu der nächsten Verabreichung, welche in der Regel nach 2 bis 3 Wochen stattfindet, fallen diese wieder ab und steigen dann mit der nächsten Dosis wieder an. Dadurch können Wirkungsschwankungen entstehen, welche in keiner Relation mit einem natürlichen Tagesrhythmus stehen.

Achtung! Behalte immer im Hinterkopf, dass ausschließlich ein Arzt entscheiden sollte, ob und, wenn ja, in welcher Konzentration eine Testosteronersatztherapie Anwendung finden sollte.

Gel

Neben den Injektionen erfreut sich auch die Darreichungsform über das Gel einer sehr großen Beliebtheit. Im Gegensatz zu den Injektionen, findet dieses täglich seine Anwendung, indem du es auf:

  • deine Oberschenkel
  • die Rückseite deiner Waden
  • deinen Bauch

aufträgst. Du kannst dabei immer dieselbe Stelle wählen oder täglich variieren.

Deine Haut absorbiert das Testosteron und lässt dieses nach und nach in den Blutkreislauf gelangen. Das bringt den Vorteil mit sich, dass ein gleichmäßiger Wirkspiegel entsteht, welcher sich im Normbereich befindet. Für das Nachempfinden einer natürlichen Tagesrhythmik, empfiehlt sich die morgendliche Anwendung des Gels.

Testosteronersatztherapie Pflaster

Pflaster

Pflaster werden, wie es für Pflaster so üblich ist, direkt auf die Haut geklebt. Hier stehen dir dieselben Bereiche, wie für das Gel, zur Verfügung. Wähle den Bereich, an welchem dich das Pflaster am wenigsten stört. Pflaster wollen das Hormon gleichmäßig freisetzen können, wobei circa:

  • 60 Prozent der Dosis innerhalb der ersten 12 Stunden
  • 40 Prozent der Dosis in den folgenden 12 Stunden

in den Blutstrom gelangt.

Allerdings geht die Anwendung der Pflaster nicht selten mit der Entstehung von Hautirritationen einher. Aus diesem Grund wurden diese von dem deutschen Markt genommen. Du kannst dir Pflaster somit ausschließlich über die internationale Apotheke kaufen.

Depots

Ähnlich der Injektionsdepots, wirken auch die Depots des Hormons langfristig und müssen in der Regel nur alle sechs Monate aufgefrischt werden. Während diese Depots für einen gleichbleibenden Testosteronspiegel sorgen, welcher über einen langen Zeitraum hinweg anhält, besteht der Nachteil in der Aufhebung des natürlichen Tagesrhythmus. In Deutschland existieren diese Implantate nicht mehr auf dem Markt. Bei Bedarf kannst du sie dir allerdings über das Internet aus England bestellen.

Kapseln

Du kannst dich neben den bereits genannten und dargestellten Darreichungsformen auch für die Verabreichung in der Form von Kapseln entscheiden. Allerdings musst du diese, je nach dem, wie stark sich die Ausprägung deines Mangels gestaltet, zwei-, oder auch dreimal am Tag einnehmen. Nur so sind die Kapseln dazu in der Lage deinen Testosteronspiegel auszugleichen und auf einem natürlichen Level zu halten. Allerdings zweifeln einige Wissenschaftler und Forscher die Wirksamkeit der Kapseln an, was sie auf die Art und Weise der Einnahme zurückführen. Da die Kapsel über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen wird und die Leber diese abbaut, ist die Wirkung fraglich.

Positive Effekte der Therapie

Wer die Testosteronersatztherapie ohne medizinische Notwenigkeit und rein aus Gründen des schnellen Muskelaufbaus anwendet, tut sich damit vielleicht optisch und auf den ersten Blick einen Gefallen, muss aber mit einem zweiten Blick mit Nebenwirkungen rechnen.
Doch, abgesehen von der unsachgemäßen Anwendung der Testosteronersatztherapie, kann diese einige positive Effekte mit sich bringen. Schauen wir uns diese einmal genauer an.

Der Hypogonadismus

Leiden die Gonaden, sprich die Keimdrüsen der Männer, unter einer Unterfunktion, ist dies auch unter dem Begriff des Hypogonadismus bekannt. In dem Zusammenhang mit dieser Unterfunktion steht ein deutlich verminderter Testosteronspiegel. Die Folgen dessen kennst du bereits.
Um die Unterfunktion der Gonaden auszugleichen und somit den negativen Symptomen den Kampf anzusagen, kann eine Testosteronersatztherapie Abhilfe schaffen. Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für diese. Allerdings müssen die Patienten nachweisen können, dass diese tatsächlich von Nöten ist. Dafür sprechen sie am besten direkt mit dem behandelnden Arzt.

Diabetes

Nicht selten leiden Menschen, welche unter dem Diabetes Mellitus Typ 2 leiden, unter Fettdepots am Bauch und an anderen Stellen des Körpers. Neben einer angemessenen Ernährung, welche auf die Krankheit abgestimmt ist, könnten die Betroffenen aber auch mit der Testosteronersatztherapie positive Effekte bezüglich ihrer Fettpolster erzielen. Viele Betroffene konnten so feststellen, dass:

  • sich der Umfang des Bauches tatsächlich verringerte.
  • die Resistenz dem Insulin gegenüber besser wurde.
  • sich die glykämischen Kontrolle verbesserte.
  • der LDL-Cholesterinspiegel allgemein besser wurde.
  • sogar die Mortalität vor allem bei Männern im höheren Alter reduziert werden konnte.

Der unerfüllte Kinderwunsch

Wie schon zuvor angesprochen wurde, wirkt sich Testosteron als Sexualhormon nicht nur auf die Steigerung des sexuellen Verlangens, sondern auch auf die Produktion der Spermien aus. Um fruchtbar zu sein, muss der Mann über eine hohe Testosteronkonzentration in den Hoden verfügen, welche mit einer hohen Produktion des Sexualhormons im Zusammenhang steht. Allerdings muss hierbei Vorsicht gelten. Eine alleinige Testosteronersatztherapie könnte in diesem Fall genau das Gegenteil bewirken und die Produktion der Spermien zusätzlich verschlechtern. Vielmehr greift ein Fachmann in diesem Fall auf eine Kombination aus hCG und von außen zugefügtem Testosteron zurück.

Risiken der Testosteronsubstitution

Die andere Seite der Medaille sollte bei der Testosteronersatztherapie auf keinen Fall außen vorgelassen werden. Die Auswirkungen dieser Therapie sind nicht immer positiv, sodass du dich auch mit den möglichen Risiken einer derartigen Therapie auseinandersetzen solltest.

Führst du deinem Körper von außen Testosteron zu, kann dies dazu führen, dass dieser seine körpereigne Produktion herunterschraubt. Das wiederum wirkt sich negativ auf deinen Hoden aus, welcher sich verkleinern kann und im Zusammenhang mit weiteren gesundheitlichen Problemen steht. Allerdings musst du dir über diese negativen Auswirkungen und Risiken keine Sorgen machen, wenn die Einnahme und Anwendung mit deinem Arzt abgesprochen ist. Die Risiken sind in der Regel nur für Menschen relevant, welche ohne medizinische Notwendigkeit auf eine unsachgemäße Einnahme des Hormons zurückgreifen.

Leider ist das nicht selten der Fall, da Testosteron in dem direkten Zusammenhang mit dem Aufbau der Muskelmasse steht. Folglich bedienen sich viele Kraftsportler der Testosteronersatztherapien, um schneller und effektiver an Muskelmasse gewinnen zu können. Allerdings wägen sie mögliche Risiken zuvor nicht gut genug ab und haben unter Umständen mit den schädlichen Folgen zu kämpfen.
Aktuelle Studien und Forschungen untersuchen aktuell die möglichen Folgen und Risiken einer unsachgemäß angewandten Testosteronersatztherapie. Zwar stehen viele Ergebnisse aus Langzeitstudien bislang noch aus, dennoch ist es den Forschern gelungen, bereits einige mögliche Risiken und schädliche Folgen der Einnahme ohne medizinische Notwendigkeit zu definieren.

Schäden an der Leber

Vor allem in dem Bezug auf die Leber warnen die Forscher und Wissenschaftler vor einer unsachgemäßen Einnahme des Hormons. Besonders dann, wenn du dich in dem Bezug auf die Testosteronersatztherapie für die orale Einnahme des Hormons über Tabletten oder Kapseln entscheidest, läufst du ein höheres Risiko, deine Leber durch die Einnahme zu schädigen. Denn die Leber ist dafür verantwortlich das Hormon abzubauen. Vor allem bei großen Mengen des Hormons wirkt sich das negativ auf das Organ aus. Minimiert wird die Gefahr der Leberschäden durch die Anwendung von Gels, Pflastern oder auch Injektionen.

Die Fruchtbarkeit

Wie schon zuvor angedeutet, stellt der Körper die körpereigene Produktion des Hormons ein, wenn du ihm dieses unsachgemäß und ohne eine wirkliche notwendige Motivation von außen zuführst. Unter Umständen mündet dies in einer Hodenverkleinerung und einer damit im Zusammenhang stehenden entstehenden Unfruchtbarkeit.

Hautreaktionen

Vor allem, wenn du dich für die Testosteronersatztherapie mit Pflastern entscheidest, kann diese zu unangenehmen Reaktionen auf der Haut führen. Somit sind Rötungen und Juckreiz keine seltenen Begleiterscheinungen der Anwendung der Therapie. Auch Pickel und Akne sind mögliche Folgen.